21. Mai
Nachmittags stand der Termin zum Ultraschall an. Zunächst wurde sie aber nochmal von einem anderen Tierarzt aus der Praxis untersucht. Die nachgeforderten Blutwerte bestätigten nicht die Bauchspeicheldrüse als Ursache für die Erkrankung, die Werte waren normal. Kurzzeitig stand noch eine Vergiftung mit Rattengift im Raum. Das Ultraschall zeigte aber dann schnell den wahren Übeltäter:

Wir sahen in der Milz einen Tumor… :cry: sowie im Bauchraum freie Flüssigkeit. Das erklärte die Anämie – sie blutete in den Bauchraum. Der Schock, sowas zu hören, ist unbeschreiblich.

Der Tierarzt erzählte uns sogeich, dass die Milz raus muss und sie aber sehr gut ohne leben konnte – mir war nicht wohl bei dem Gefühl, sie dort zu lassen. Sie sollte vor der OP ein paar Stunden an den Tropf, wir sollten sie dafür am nächsten Morgen vorbeibringen, mittags würde er sie operieren & abends könnten wir sie wieder abholen – das ging mir zu schnell. Ich fühlte mich sehr unwohl. Nach kurzer familiärer Beratschlagung setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Erfurt in die Tierklinik, in die wir bisher auch bei allen Notfällen gefahren sind.

Dort wurde Rheya zusätzlich noch geröntgt, die Blutwerte von vor 2 Tagen wurden durch eine erneute Blutprobe kontrolliert. Unser Tierarzt – der auch ihr Lipom am Auge entfernt hatte – gefiel mir aber von Anfang an nicht. Unterschwellig bemerkte ich in seinem Blick und an seinen Worten, dass seine Prognose nicht so optimistisch wie die des Arnstädter Arztes sein würde. Schon vor dem Ultraschall unterhielt er sich mit einer Gruppe anderer Ärtze und Tierarzthelferinnen über Rheya´s Zustand. Der Hämatokritwert war im Vergleich zum Donnerstag noch weiter gesunken. Der Ultraschall dauerte eine gefühlte Ewigkeit, er schallte den Bauchraum wirklich sehr gründlich. Die schlussendliche Diagnose fiel dann wie erwartet sehr schlecht aus.

Er würde nicht dazu raten, Rheya zu operieren. Ihre Blutwerte seien so schlecht, das die OP ein erhöhtes Risiko darstellt. Die Aussichten mit geplatztem Milztumor seien sehr schlecht. Die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Tumor schon gestreut hat.

Rheya hätte mit oder ohne OP – noch ca. 6 – 8 Wochen. Wir waren fertig mit den Nerven, fuhren müde und verloren nach Hause. Noch auf der Heimfahrt telefonierte ich mit Katja, die in der Zwischenzeit schon die Internetrecherche gestartet hatte *rüberwink*. Von Berichten über Operationserfolge  bei geplatzten Milztumoren und optimistischeren Gedanken angetrieben, wollten wir noch eine 3. Meinung einholen. In dieser Nacht war Rheya die einzige bei uns, die schlafen konnte.